Moussierende Weine mit geringem Druck (bis 2,5 atu) nennt man in deutsch Perlwein und auf italienisch Frizzante,
den mit höherem Druck deutsch Schaumwein oder Sekt und italienisch Spumante. Frizzante ist in der Art oft leichter als Spumante.
Wichtig ist dabei das Gärverfahren. Sowohl bei Frizzante als auch bei Spumante wird nach der Methode Charmat in grossen
Druckbehältern ein Grundwein durch Zusatz von Most und Hefen noch einmal zum Gären gebracht. Die dabei entstehende Kohlensäure
kann nicht entweichen und bildet so die Perlage.
Auch aus der Prosecco-Traube, die im Veneto angebaut wird, machen viele Winzer neben dem weitverbreiteten Frizzante (Perlwein)
als Spitzenprodukt einen Prosecco Spumante in der klassischen Sektflasche mit Bügelverschluß. In anderen italienischen Regionen,
besonders im Norden des Landes, werden verschiedene andere Rebsorten zu Spumante verarbeitet, auch die klassischen, die man aus Frankreich kennt.
Bei der traditionellen Flaschengärung, die in der Champagne entwickelt wurde und die in Italien „Metodo classico“ oder
„Metodo tradizionale“ genannt wird, findet die zweite Gärung, die nach Zugabe von Hefe und Zucker zu einem bereits vergorenem Stillwein
erfolgt, in der Flasche statt. Die Hefe wird dann nach einer langen Lagerung über Monate und Jahre hinweg in einem aufwendigen Verfahren
per Hand in der Flasche abgerüttelt und schließlich degogiert, ohne daß der Wein die Flasche verläßt. Das heißt, die großen Spumante werden
aus der Flasche getrunken, in der sie geboren wurden. Was man als Spumante traditionale oder Spumante classico genießen kann, ist ein gereiftes Produkt,
das nicht nur von primärfruchtigen Aromen lebt, sondern tiefgründig, feingliedrig und nachhaltig ist.
Wieder anders verfahren die Winzer bei Moscato und den meisten Frizzanti Rossi: Die alkoholische Gärung, bei der sich der Zucker der Trauben in Alkohol
und Kohlensäure umwandelt, wird im geschlossenen Stahltank durchgeführt und gegebenenfalls auch frühzeitig unterbrochen. So entsteht ein Wein mit mehr
oder weniger natürlicher Süße, wenig Alkohol , und erfrischenden Perlchen. In Italien haben diese Weine eine lange Tradition. Der bekannteste weiße Süße
ist der Moscato d’Asti, eine Spezialität Piemonts aus der aromatischen Moscato-Traube. Aber auch aus den roten Rebsorten Bracchetto und Barbera werden dort
auf diese Weise moussierende Weine erzeugt. Sie sind manchmal süß, manchmal trocken, aber auf alle Fälle durch ihre Perlage sehr lebendig und bekömmlich.
Unser Lambrusco aus der Emilia ist ein trockener Vertreter dieser Art.
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